Gutachten  

Betr.: Eintragungsfähigkeit des Namen NARVIK als männlicher Vorname

Beim Namen Narvik handelt es sich um einen neueren, ursprünglich skandinavischen männlichen Vornamen, der eine Erweiterung des männlichen Vornamens Narvi/Narwi ist, in Anlehnung an solche männlichen Vornamen auf -ik wie z.B. Norik, Norvik/Norwik, Alberik, Alf(e)rik, Alrik, Dirik, Erik, Gun(d)rik, Hen(d)rik, Jarik, Jerik, Jauvik, Javik, Ludvik/Ludwik, Olerik, Tarik und ähnliche im vor allem nordischen Sprachraum verbreitete männliche Vornamen.

Die nordischen männlichen Namensformen Narvi, Narwi, Narve, auch Narfi und Nor, sind Schreibvarianten des männlichen Vornamens Nörfi, der auf den Namen eines Riesen in der altnordischen Mythologie zurückgeht und mit ,der Kühle' übersetzt werden kann. Nörfi war der Sohn des Loki und Vater der Nott.

Der Name Narvik kann in dieser und in den Schreibungen Narwik und Narwig auch als Nebenform auf den männlichen Vornamen Norwig bzw. Nordwig zurückgeführt werden. Es handelt sich dabei um einen zweigliedrigen männlichen Vornamen, der mit den althochdeutschen (auch westgermanischen, also nordischen) Namenelementen nord in der Bedeutung ,Norden' und wig ,Kampf' gebildet wurde.

Das anlautende Element Nord- ist in Vornamen auch als Nor- und Nar- belegt. Das auslautende Namenglied -wig wird im vor allem skandinavischen Raum auch als -wik wiedergegeben (vgl. dazu z.B. Ludwig bzw. Ludwik/Ludvik und Norwig/Nordwig bzw. Norvik/Narvik)

Der männliche Vorname Narvik geht dabei nicht auf den norwegischen Ortsnamen zurück. Das auslautende Element -vik im norwegischen Ortsnamen Narvik geht hier auf das altnordische vík in der Bedeutung von ,Bucht' zurück (vgl. dazu auch das mitteldeutsche wîk, das altdänischen wîk und dänische vig in der Bedeutung ,Bucht' bzw. das niederdeutsche wieck ,kleine Bucht'). Narvik ist eine Hafenstadt mit Bucht.

Im deutschen Sprachraum wurden bisher die ähnlich lautenden männlichen Vornamen Norwig, Nordwig und Norik eingetragen. Ebenso ist der männliche Vorname Nordahl bzw. Nordal belegt, der auf einen ursprünglichen Ortsnamen zurückgeht und seit 1840 auch als Vorname im Gebrauch ist. Städte- oder Ortsnamen sind in der Regel als Vornamen nicht zulässig, aber es haben sich in den letzten Jahren besonders angloamerikanische Vornamen aus Orts- und Öffentlichkeitsnamen wie z.B. Ashley, Harley, Whitney, Sidney, Ashton, Chelsea, Cheyenne u.a. auch in Deutschland als Vornamen durchgesetzt. Dabei sind es Namen, die vor allem durch ihre auch bei Vornamen belegten Endungen, in Gebrauch gekommen sind.

Der Vorname Narvik wird in Deutschland in erster Linie wegen seiner Endung als männlicher Vorname verstanden werden. Der Ortsname Narvik spielt hier eine untergeordnete Rolle, zumal viele Deutsche diesen norwegischen Ort gar nicht kennen.

Wir haben somit keine Einwände gegen die Eintragung des Namen Narvik als männlicher Vorname.
 
Mit freundlichen Grüßen
Namenberatungsstelle

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© Copyright September 2001 by Anja